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Leseprobe

Konnte ein Herz das überhaupt aushalten? Das musste doch wieder aufhören. Bitte, hör wieder auf. Aufhören? Herzstillstand? Infarkt?

Unkontrolliert wieder einen Kickdown, um gleich darauf wieder scharf abzubremsen. Mitten in der Stadt. Ich suchte nach Reaktionen, doch die Gesichter in den wenigen Autos nahmen meine Not nicht wahr. Eine Frau schien sich zu unterhalten, sicher mit einem Kind, denn sie drehte dabei den Kopf schräg nach hinten.

Wohin nur ? Was sollte ich denn tun?

„Meine Pumpe. Ich kann nicht atmen!“ hörte ich mich stöhnen. Die Situation entglitt immer mehr. Ich

dachte an das Badezimmer, an Zuhause. Was würde ich darum geben, jetzt dort zu sein. Dort war ich wenigstens allein, dort hätte ich mir sogar in die Hose machen.

„Um Gottes Willen ! Halt bloß an!“

Ich riss den Kopf herum. Grau, richtig grau war sein Gesicht, und er hatte seinen Oberkörper mir zugewandt, stützte sich mit der rechten Hand über dem großen Handschuhfach ab.

„Was ist denn?“ fragte ich laut, fast brüllend. Hektisch. Und verjagte mich wieder. Das Herz, es schlug mir bis unter den Hals, ich spürte den schnellen, harten Rhythmus in meinen Schläfen.

„Nun bleibe mal ganz ruhig“ forderte ich ihn atemlos auf. Völlig abgedreht. Ich, ich forderte ihn auf. Was, in Gottes Namen, tust Du hier bloß?

„Ja. Ich halte sofort an. Ich brauche einen Arzt. Verdammt. Ich kriege einen Herzinfarkt!“ Heraussprudelnd. Die Beherrschung war jetzt völlig weg. Absolut keine klaren Gedanken mehr. Nur noch Angst. Panik.

„Schnell. Wo ist denn hier ein Arzt?“ Laut, jetzt fast weinerlich, bettelnd, eine quiekende Stimme.

Auch er hatte Angst. Ich konnte auch seine Angst spüren. bestellen05

Die Situation.

Nein, nicht sterben!

Bitte, lieber Gott, lass mich jetzt bloß nicht sterben!